Seminare

LeseLunch

LeseLunch ist eine Kooperation des Gasthörendenstudiums an der Leibniz Universität Hannover mit dem Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover und der Akademie Literatur und Leben.

Leitung: Dr. Sabine Göttel
Termine: 03.11., 17.11., 24.11., 01.12.2021
Ort und Zeit: Online 10-12 Uhr (s.t.)
Anmeldung: info@ghs.uni-hannover.de

Dieses Seminar widmet sich den Basics der Literaturwissenschaft: Autor, Text und Leser. In Lesung und Gespräch geben hannoversche Autorinnen und Autoren aller literarischen Gattungen Einblicke in ihre Schreibwerkstatt und stellen sich Ihren Fragen. Wir erfahren, wie sie zu ihren Einfällen kommen, welchen Weg die literarische Idee zum fertigen Buch zurücklegt, welche Aufgaben zu lösen und welche Krisen zu überwinden sind. Wir erfahren aber auch von den Glücksmomenten, die sich beim Schreiben einstellen. Und wie nebenbei entschlüsseln sich im persönlichen Gespräch die Besonderheiten der gewählten literarischen Form: Gedicht, Roman, Erzählung, Drama. – Der LeseLunch startet mit einer kurzen Einführung in Leben und Werk des Gastautors. Auf die Lesung aus veröffentlichten oder unveröffentlichten Werken folgt ein Gespräch mit

03.11. Hans Georg Bulla
17.11. Tabea Farnbacher
24.11. Naid Karimi
01.12. Nikola Huppertz

________________________________________________

Akademie Literatur und Leben
Akademisches Jahr 2021/2022

Dr. Sabine Göttel
„winter und diu frouwe mîn“: Liebe, Natur und Kultur in der Literatur des Mittelalters

Seminar in drei Trimestern vom 12.04.2021 – 24.01.2022
Weitere Informationen und Anmeldung unter
www.literaturundleben.de

Die Literatur des Hohen Mittelalters (ca. 1150-1250) gilt als erste klassische Periode der deutschen Literaturgeschichte und – neben der Weimarer Klassik – als richtungsweisend für das kulturelle Selbstverständnis der Nation.

Im ersten Trimester widmen wir uns Autoren und Texten des Minnesangs – einer besonderen Ausprägung der Liebeslyrik in mittelhochdeutscher Sprache (ca. 1150-1250). Als höfische Vortragskunst ist der Minnesang vorwiegend auf das gesellschaftliche Leben des Adels bezogen. Er steht im Spannungsfeld von Realität und Fiktionalität, Exklusivität und Öffentlichkeit, Schriftlichkeit und Mündlichkeit, Literatenspiel und gesellschaftlichem Ritual. Aus ihm lassen sich die spezifischen Frauenbilder und Liebeskonzepte einer bahnbrechenden und überaus schöpferischen Epoche extrahieren. Die Natur und die Jahreszeiten sind sein poetischer Rahmen, der immer auch sozialpsychologisch zu deuten ist.

Im 12. Jahrhundert erwies sich Religiosität als politisch-gesellschaftliche Energie. Die von den Reformorden ausgehende Kulturrrevolution veränderte auch das Verhältnis der Geschlechter nachhaltig; erstmals betraten gelehrte Frauen die Bühne der deutschen Geschichte. Zu den herausragenden weiblichen Persönlichkeiten ihrer Zeit gehört die Autorin, Theologin, Prophetin und Naturkundlerin Hildegard von Bingen. Sie, „die mit ihrem Werk und ihrem Leben viele Grenzen überschreitet, ist (…) wissenschaftliche Avantgarde, kann sich mit den Berühmtheiten ihrer Epoche messen und verkörpert den Aufbruch des 12. Jahrhunderts in eine neue, moderne Zeit.“ (Beuys)

Im zweiten Trimester erfahren Sie, warum wir in Hannover angeblich das „raanste“ Hochdeutsch sprechen, genauer: welche Entwicklungen die deutsche Sprache von ihrem indogermanischen Ursprung über das Gotische und Althochdeutsche bis zum Neuhochdeutsch unserer Tage durchlaufen hat.

Im dritten Trimester beschäftigen wir uns mit der schicksalhaften, religiös-allegorisch aufgeladenen Liebe im Epos Tristan und Isolde von Gottfried von Straßburg (um 1210). Eins der berühmtesten Liebespaare der Literaturgeschichte muss sich Konflikt zwischen höfischer Konvention und gleichberechtigter Partnerschaft behaupten: Passion und Gender im Hohen Mittelalter!