Sabine Göttel  
 
 
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  PRESSE  
 

Die Walsche. Schauspiel nach dem Roman von Joseph Zoderer

Erstaunlich ist es allemal, dass es "einer ­Deitschen" gelingt, uns unseren eigentlichen Reichtum vor Augen zu ­führen. Noch immer, auch 93 Jahre nach dem Friedensvertrag. Wir Vinschger, die wir "in die andere Fremdheit" nur so "hinein­kugeln" (Joseph Zoderer), kaum haben wir die Töll passiert, können "der Walschen" nachfühlen. Die gebürtige Saarländerin Sabine Göttel hat uns Hiesige das Leben mit und zwischen den Kulturen zum Bewusstsein gebracht. Wie eindringlich so etwas gelingen kann, ohne Schnickschnack, aber in Worten, mit patriotischen Liedern, mit Raumtiefe, Musik und ­Silhouette ist Regisseur Thorsten Schilling, den Vereinigten Bühnen Bozen und dem Kulturhaus in Schlanders zu verdanken. Die Olga vom Berg, die den Feind im ­Schangai-Viertel liebt und sich dabei selbst sucht, muss man "sich geben" – wie Jüngere sagen. (s) Der Vinschger, 06.04.11

Paul Demetz (Vater) kehrt die Trauer des Habenichts in der „Krautkopfwelt“ nach außen. Jähzorn sieht man und Trotz, wenn er im Wirtshaus zeternd den Narren macht, Ohnmacht und Nichterfülltheit. Ein festgezurrtes Wrack. Eingepfercht. Am falschen Ort. Heimat liegt da, wo man nicht ist. Kurz: Ein kleines Schicksal, jenseits von Deutsch und Walsch, Bergfeuern und Hoferkult. Das vergilbt nicht, das bleibt. Sabine Göttel gibt sich in ihrer Bühnenfassung alle Mühe, Zoderers Figuren aus den achtziger Jahren über die Zeit zu retten. Am besten gelingt ihr das, wenn die Politik an den Rand geschoben wird und Menschen nach vorne rücken. (...) Aus einer dialoglosen Prosa macht sie ein Kammerspiel für neun Darsteller, das man aus der Ferne zu betrachten hat (...). Das Ergebnis: Ein Experiment. Waghalsig. Aber gelungen (...). 
Die neue Südtiroler Tageszeitung, 16.03.10


Mit der Theaterfassung wurde die Autorin Sabine Göttel aus Hannover beauftragt. Sie hat den Roman so dramatisiert, dass letztlich die Wortkargheit der Figuren und das Ungesagte in die Bühnendialoge einfließen. Dadurch dass die direkte Rede von Olga, Silvano, dem Vater mit einer Erzählebene kombiniert wird, entsteht eine interessante Distanzierung der Figuren zu sich selber. (...) Die Inszenierung bebt und ächzt und stöhnt und ist von dunkler Schönheit, zeigt, wie Geschichte individuell gelöst wird, kleinweise in Ansätzen.
MiMa, 13.03.10


Torsten Schilling und Sabine Göttel, die für die Bühnenfassung verantwortlich zeichnet, ist es trotz der losen Szenenfolge mit ineinander greifenden Zeitblenden gelungen, eine dramatische Einheit herzustellen, in der sich die Suche der Hauptfiguren nach Beheimatet-Sein, nach seelischer Ganzheit, und ihr Kampf um Aufbruch und Rückzug in einer rhythmischen Spannungs- und Entspannungsfolge niederschlägt. (...) Das Gefühl der Enge und Bedrohung, das die gesamte Inszenierung trägt, lastet in den gefühlsintensiven Szenen zwischen Vater und Tochter und zwischen Olga und Silvano umso mehr. Auch der Versuch eine Heimat im Anderen zu finden, muss scheitern. 
www.stol.it
, 13.03.10

Sabine Göttel hat eine griffige Bühnenversion verfasst mit einigen lyrischen und einigen essayistischen (erzählerischen, sic!) Partien. Die Geschichte von Olga, die es weder daheim noch bei Silvano aushält und am Schluss bei sich selber ankommt, ist zweifelsohne bühnenwirksam. Genauso Olgas Beziehung zum Vater und die Gasthausszenen mit ihrer dumpfen Sprachlosigkeit und den gehässigen Sprüchen.
Dolomiten, 13.03.10


STOL: Zoderer schreibt in einer sehr dichten, oft fast lyrischen Sprache, die sehr wenige dramatische Momente aufweist. Wie muss man sich die Arbeit eines Dramaturgen an einem solchen literarischen Werk vorstellen?

Schilling: Ich bin sehr froh, dass mein Vorschlag, Sabine Göttel mit der Dramatisierung des Romans zu beauftragen bei Joseph Zoderer und den Vereinigten Bühnen Anklang gefunden hat. Ihr Gespür für derartige Texte war mir vom Jungen Theater in Göttingen her vertraut und sie hat wirklich eine äußerst beachtliche Arbeit geleistet. Der Roman ist ja in seiner Struktur der pure Gegenpol zur dramatischen Gattung, denn er entwickelt sich einzig und allein aus dem subjektiven Denken der Hauptfigur Olga und in Folge im Kopf des Lesers. Über erzählerische Passagen, Rückblenden und den Aufbau dialogischer Szenen durch die Belebung verschiedener Figuren im Umfeld, ist es Göttel gelungen, für uns eine Vorlage zu schaffen, die es ermöglicht, auf hoher Abstraktionsebene die melancholische Atmosphäre, die bohrenden Fragen und die Hoffnung des Romans auf die Bühne zu bringen, ohne ihn zu kopieren. Das Stück ist kein Volkstheater, das die Realität nachstellt, sondern wirkt assoziativ über Bilder, Emotionen, Sprache und vor allem über das Schweigen.
stol.it, 10.03.10


Himmel und Erde. Erzählungen – Lesung am 05.02.06 in Hildesheim

„(…) Die Autorin schafft es immer wieder, sehr lebendige, subtile Bilder zu erzeugen. Dabei ist ihr Humor so leise, dass im Café.kom eher still in sich hineingeschmunzelt als laut herausgelacht wird. (…) Auf herrlich lakonische Weise schildert Sabine Göttel die Beziehungsebenen der Figuren. (…) Das ist witzig, skurril und trifft das herrschende Lebensgefühl einer Generation, der sie selber angehört, auf den Punkt. Man leidet am Konflikt zwischen Träumen und Resignation. (…)“
Hildesheimer Allgemeine Zeitung vom 07.02.06


Bad Baby’s Bed

„(…) Ein erfrischender, frecher Text, den Göttel und Klinge da verfasst haben, der dieses heikle und emotional überfrachtete Thema ganz und gar unsentimental, ironisch, aber niemals bösartig beleuchtet. Sie zeigen drei Frauen bei der Geburtsvorbereitung, sind aber weit entfernt von billiger Parodie. Mit geschickten Brüchen wird die summarische Sammlung verschiedenster Aspekte strukturiert. ... Mit leichter Hand bearbeiten die Autorinnen das Thema – Gentechnik, Mutterliebe, Selbstaufgabe, Krampfadern, Weiblichkeit ... Sie lassen en passant die Stereotypen und Klischees einfließen und zeigen, wie fest die Urteile in der Gesellschaft zementiert sind – Idealisierung der Mutterfigur einerseits und emanzipatorisch verbrämte Verachtung andererseits. Sie verzichten auf jeden pädagogischen Impetus, werten nicht, sondern stellen das zur Diskussion, was so selbstverständlich erscheint. ... Regisseurin Anne Klinge hat den Text in stimmungsvolle Bilder übersetzt. (…)“
Süddeutsche Zeitung vom 23./24.02.02

(…) Die beiden Jungautorinnen Anne Klinge und Sabine Göttel, beide studierte Literatur- und Theaterwissenschaftlerinnen mit erheblicher Bühnenerfahrung, haben das Thema – was denkbar gewesen wäre – nicht als feministische Kriegserklärung an das männliche Geschlecht formuliert. Sie haben daraus vielmehr eine amüsante Revue mit Tanz- und Gesangseinlagen gemacht. ... Beide sorgten, im kargen, aber dennoch wandlungsfähigen Bühnenbild von Valerie Busse, für Tempo und szenischen Witz. Die schwangeren Damen ... waren trotz ihrer ausladend verfremdeten Körperformen ein ansehnliches und auch tänzerisch sehr bewegliches Trio. ... Ausdauernder, enthusiastischer Beifall, Pfiffe und Bravorufe.“
Hessisch-Niedersächsische Allgemeine vom 12.02.02

 

 

 

 
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